Insektensterben - Die Fakten

  • In nur knapp drei Jahrzehnten sind Dreiviertel aller Fluginsekten verschwunden.
  • Für jedes Kilo fliegender Insekten, die 1989 in eine Lebendfalle gerieten, waren es 2016 nur noch 250 Gramm. Und das nicht in Vorstadt-Gärten, sondern in Naturschutzgebieten.
  • 41 Prozent der rund 560 Bienenarten in Deutschland sind beispielsweise in ihrem Bestand gefährdet.
  • Auch bei Käfern, Libellen, Ameisen, Köcherfliegen oder Schmetterlingen sinken bei vielen Einzelarten die Vorkommen dramatisch.
  • Bei manchen Schmetterlingsarten flattert heute nur noch einer durch die Luft, wo es früher hundert waren.
  • Nicht nur 90 Prozent aller Wildblumen werden von Insekten bestäubt, auch Dreiviertel all unserer Nutzpflanzen.
  • Keine Bienen - keine Birnen, keine Kirschen, keine Äpfel.
  • Auf das Insektensterben könnte ein Vogelsterben folgen. Schon jetzt sind die Bestände vor allem der Vogelarten rückläufig, die sich während der Brut von Insekten ernähren
  • Naturschutzgebiete machen mit nur vier Prozent der Fläche Deutschlands einen zu geringen Anteil aus und sind zu vereinzelt und oft auch zu klein, um diesem Massensterben etwas entgegenzusetzen.
  • Ackerraine, Brachfelder, Hecken zwischen den Feldern oder unbearbeitete Wegesränder verschwinden. Monokulturen, Pestizide und Düngemittel tun ihr übriges.


Was könnte den Insekten helfen?

  • Wenn schnell und nachhaltig Maßnahmen ergriffen werden, die die Lebensräume und das Nahrungsangebot der Insekten verbessern, ist davon auszugehen, dass sich die Bestände vieler Arten erholen können.
  • Und das ist auch das erklärte Ziel des Aktionsprogramms "Insektenschutz" des Bundesumweltministeriums.
  • Insekten brauchen wilde Natur, Brachland, ungenutzte Wiesen, Pfützen, tote Bäume, Sträucher und Hecken.
  • Wilde Blumen an Feld- und Wegesrändern würde ihnen gut tun, Unkraut und Totholz ebenfalls.
  • So viel unkultivierte Naturfläche neben der landwirtschaftlich genutzten Fläche wie möglich, und zwar wirklich daneben: Wenn "Insekteninseln" zu weit voneinander entfernt sind, leiden die vereinzelten Populationen unter Inzucht.
  • Wenn Wiesen später und seltener gemäht werden, finden Insekten mehr Nahrung, wenn sie langsamer gemäht werden, könnten sie auch die Mahd selbst überleben.
  • Ein größerer Reichtum in den angebauten Pflanzenarten, größere Biodiversität auf dem Acker würde viel ändern.
  • Aber auch in der Forstwirtschaft und sogar im Management von Naturschutzgebieten sollte mehr Augenmerk auf die Bedürfnisse der Sechsbeiner gelegt werden, genauso in der Pflege öffentlicher Grünanlagen.
  • Und auch im privaten Garten gilt: je mehr wilde Natur, umso besser für die Insekten

Auszug von der Internetseite der Tagesschau, 20.2.20