Für die Reichstagswahlen im Deutschen Kaiserreich gab es schon allgemeine Wahlen, in denen die SPD, die 1863 gegründet wurde, immer stärker wurde. Bei der letzten Reichstagswahl vor dem Krieg bekam sie über 34 %; die Wahlbeteiligung lag bei gut 84 %. Wählen und sich wählen lassen durften aber nur die Männer!

 

Die SPD forderte schon früh im Kaiserreich, dass die Frauen auch wählen durften. Größter Verfechter des Frauenwahlrechts: August Bebel, der Vorsitzende der SPD vor dem ersten Weltkrieg. Hier zu sehen mit seiner Frau Julie. Das Ehepaar führte schon damals eine gleichberechtigte Ehe und Julie Bebel war die engste Beraterin des Parteivorsitzenden.

 

Bebels Buch "Die Frau und der Sozialismus" war eines der meistverkauften Bücher im Deutschen Kaiserreich.


Drei Wahlplaktate aus der Weimarer Republik (1918 - 1933)

 

Durch die SPD wurde nach der Novemberrevolution 1918 das Frauenwahlrecht eingeführt und das Dreiklassenwahlrecht abgeschafft.

 

„Alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften sind fortan nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht auf Grund des proportionalen Wahlsystem für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen.“

 

Erstmals wurden Frauen als gleichberechtigt ernst genommen. Das war eine der wichtigsten Forderungen der SPD nach dem 1. Weltkrieg.


Während der Nazi-Diktatur wurden die Frauen wieder auf die Rolle als Hausfrau und Mutter zurückgedrängt. Dieses Bild der Frau prägte auch noch viele Jahre in den 50er Jahren.



Erstmals 1961 wurde eine Ministerin ernannt: Elisabeth Schwarzkopf (CDU). Das absurde Gegenargument damals: Minister müssen viele Abendtermine wahrnehmen und dazu gehöre auch eine gewisse Trinkfestigkeit, die den Frauen abgehe! Kanzler Adenauer begrüßte aber weiter die Kabinettrunde mit "Juten Morjen, meine Herren!". Der Protest der Ministerin wurde mit den Worten weggewischt: "In diesem Kreise sind sie ein Herr!" Erste Ministerin der SPD 1966 in der großen Koalition war Käthe Strobel aus Nürnberg.

 

Es dauerte dann aber noch weitere 30 Jahre, bis 1991 Heide Simonis (SPD) zur ersten Ministerpräsidentin eine Bundeslandes (Schleswig-Holstein) gewählt wurde!


Heute sind die Frauen im Kabinett sieben Frauen gegenüber neun Männern. Minister-prädidentinnen sind keine Seltenheit mehr und die SPD hat zum ersten Mal eine Vorsitzende.

 

Bei uns in Harsum stellte die SPD die bisher einzige Bürgermeisterin: Ingrid Baule, die auch Vorsitzende der SPD war. Auch der aktuelle SPD-Vorstand wird von einer Frau geführt: Iris Grondke. 


Aber auch nach 100 Jahren gilt: Es gibt noch viel zu tun!