Löst das E-Auto die CO2-Probleme?

 

VW will mit dem ID.3 die Wende hin zum Elektroauto schaffen. Die Regierung will 50.000 Ladestationen bauen lassen. Ich zweifele, ob die E-Mobilität den Klimawandel stoppen kann. Bei der Produktion wird nämlich auch gehörig CO2 freigesetzt - insbesondere bei der Fertigung der Batterien, die in Chinas Werkstätten produziert werden, die größtenteils mit Kohleenergie laufen. Hinzu kommt, dass bei uns noch ein Strommix viel CO2 freisetzt. Es wird tausende von Kilometern brauchen, bis ein E-Auto in Sachen CO2 den herkömmlichen Autos davonfährt. Darum sollte auch die Erforschung von synthetischem Kraftstoff und Wasserstoff stärker gefördert werden.

 

Wenn man in Sachen Mobilität wirklich etwas gegen den Klimawandel tun will, dann muss ein radikales Umdenken erfolgen. Im Nahverkehr müssen Busse regelmäßig auch die ländlichen Gebiete bedienen. Radwege müssen sicher und breit sein und farblich klar abgetrennt vom restlichen Verkehr sein. Nur wenn Radfahren Spaß macht, wird es auch wieder zunehmend genutzt. Und im Fernverkehr ist die Bahn der Königsweg - nicht nur für den Personenverkehr sondern auch für den Güterverkehr. Welche Defizite hier vorhanden sind, weiß jeder, der Bahn, Bus oder Rad fährt.

 

Ob das klappen kann? Als Kommunalpolitiker habe ich da meine Zweifel. In unserer Gemeinde sind in über 30 Jahren mal gerade 10 Kilometer Radwege zwischen den Dörfern von Land und Kreis gebaut worden. Der Versuch, die Radsituation in den Dörfern zu verbessern scheitert regelmäßig an den Bestimmungen und einen Zebrastreifen dort, wo unser Kinder in den Bus zur Schule ein- und aussteigen, braucht man erst gar nicht beim Landkreis zu beantragen.

5.11.2019 - Burkhard Kallmeyer