Bergbau in Giesen: Nachhaltige Entwicklung unserer Region fördern und Umwelt schützen!

 

Der Hintergrund: Im Dezember 2014 hat der Düngemittelkonzern Kali + Salz AG die Planfeststellung für die Wiederinbetriebnahme des Hartsalzwerkes Siegfried Giesen beantragt. Das Vorhaben umfasst im Wesentlichen den Grubenbetrieb mit vier Schächten zu einer untertägigen Gewinnung von Kalirohsalzen. Dieses Vorhaben hat aber auch eine gewisse Bedeutung für unsere Gemeinde – denn schließlich sollen der Harsumer Hafen und die Kalibahngleise ertüchtigt sowie ein möglicher Übergabebahnhof errichtet werden. Grundsätzlich ist die Wiederinbetriebnahme des Hartsalzwerkes angesichts der wirtschaftlichen Perspektiven von 500 neuen Arbeitsplätzen und Investitionen im mittleren dreistelligen Millionenbereich zu begrüßen. Allerdings dürfen wirtschafts- und umweltpolitische Aspekte im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung unserer Region nicht gegeneinander ausgespielt werden.

 

Was ist überhaupt durch den Kreistag zu entscheiden? Bei Wiederinbetriebnahme des Werkes sollen anfänglich bis zu 200.000 m³ salzhaltiger Abwässer pro Jahr in die Innerste eingeleitet werden. Hierbei handelt es sich u.a. um Abwässer aus dem Betrieb des bereits vorhandenen Kalibergs und einer neuen zweiten Kalihalde, welche einen Ausmaß von 900m x 60m annehmen wird. Nur für diese Einleitung ist u.a. der Landkreis zuständig und erteilt eine wasserrechtliche Genehmigung.

 

Unsere Aktivitäten: Mir ist wichtig, dass wir eine eventuelle wasserrechtliche Genehmigung nur mit deutlichen Nachbesserungen für Mensch und Umwelt verknüpfen. Deshalb führen wir seit einigen Monaten konstruktive Gespräche mit dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), der Firma K+S, dem niedersächsischen Umweltministerium, den beteiligten Gemeinden sowie mit der Bürgerinitiative Giesen. Beispielsweise soll das Unternehmen aufgefordert werden, mögliche Reststoffe zu vermarkten bzw. Auffahrsalze ganz zu vermeiden - auch wenn hierdurch betriebswirtschaftliche Mehrkosten verursacht werden. Zudem fordern wir einen Ausschluss bestimmter Schadstoffe und Abdeckmaterialen, eine Verpflichtung etwaige Immissionen auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken sowie einen Maßnahmenplan zur Reduzierung der Grundwasserbelastung. Ziel bleibt weiterhin einen zweiten Kaliberg ggf. ganz zu verhindern und die bereits bestehende Kalihalde früher als geplant abzudecken. Hierdurch werden weniger stark salzhaltige Abwässer in unsere Gewässer geleitet und unsere Umwelt wird weniger belastet. Wir bleiben für Sie am Ball!

 

Wir halten Wort – Teil 16

Ihre SPD Harsum,

Marc Ehrig, SPD-Fraktions und Parteivorsitzender


Bergbau in Giesen: Innovative Möglichkeiten für eine nachhaltige Entwicklung unserer Region

 

Vielen Dank für Ihre zahlreichen eMails und Rückfragen bezüglich meines Beitrages über die Wiederinbetriebnahme des Hartsalzwerkes Siegfried Giesen aus der letzten HaLokaZ-Ausgabe. Ich habe berichtet, dass unsere Kreistagsmehrheit aus SPD/CDU seit einigen Monaten konstruktive Gespräche mit dem Ziel führt, die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt durch deutliche Nachbesserungen zu verringern. Beispielsweise sollen mögliche Reststoffe vermarktet bzw. Auffahrsalze ganz vermieden werden. Zudem fordern wir, dass der Konzern spätestens zwei Jahre nach einer Bergwerks-Genehmigung einen Plan für die Abdeckung des ersten/alten Kaliberges vorlegen muss – und nicht erst in 25 Jahren. Darüber hinaus diskutieren wir gerade folgende innovative Möglichkeit:

 

Photovoltaik-Folie über den Kaliberg

Eine neuartige Photovoltaik-Folie kann ggf. verhindern, dass der Regen den Kaliberg  weiter auswäscht und somit belastende Stoffe bzw. Salze in unsere Gewässer eingeleitet werden. Bei dieser Folie handelt es sich um flexible Dünnschicht-Module, die auf einer hinterschäumten PVC-Folie laminiert werden. Die Folien wurden von einer Tochtergesellschaft der Continental AG entwickelt und werden derzeit weltweit unterschiedlich eingesetzt. Die beteiligten Unternehmen werden prüfen, inwiefern eine solche Photovoltaik-Folie einen Kaliberg verhüllen kann. Ein positiver Nebeneffekt wäre hierbei die Produktion von Strom. Dieser Strom würde den Bergwerks-Betrieb deutlich günstiger machen und weitere Salzprodukte könnten wirtschaftlicher bearbeitet sowie vermarktet werden. Folglich entstehen weniger salzhaltige Abfälle und ein zweiter Kaliberg fällt deutlich kleiner aus.

 

Wir werden weiter daran arbeiten Ökologie und Ökonomie in einem vernünftigen Einklang zu bringen. Sicherlich ist eine Umsetzung technisch anspruchsvoll, doch deutsche Ingenieurskunst kann diese Aufgabe bestimmt meistern. Sie sehen, es lohnt sich am Ball zu bleiben.

 

Wir halten Wort – Teil 17

Ihre SPD Harsum,

Marc Ehrig, SPD-Fraktionsvorsitzender